Wer wissen möchte, was eine Antiquität wert ist, bekommt je nach Anlaufstelle sehr unterschiedliche Antworten. Das liegt oft daran, dass zwei verschiedene Dinge gemeint sind: der Preis, den ein Händler zahlen würde, und der Wert, den ein Gutachter feststellt. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied, die Kosten und die Wege zum Verkauf.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Ankaufsangebot nennt den Preis, zu dem ein Händler kauft. Es ist meist kostenlos.
- Ein Wertgutachten ist eine neutrale, schriftliche Bewertung und kostet Geld.
- Für einen Verkauf genügt in der Regel ein Angebot, für Versicherung, Erbe oder Gericht braucht es ein Gutachten.
- Vergleichen Sie Verkaufswege nach Erlös, Kosten, Aufwand und Zeit.
Ankaufsangebot oder Wertgutachten?
Ein Ankaufsangebot ist die Summe, die ein Händler Ihnen für ein Stück zahlen würde. Es berücksichtigt, dass der Händler das Stück weiterverkaufen muss, und liegt deshalb unter dem späteren Verkaufspreis im Laden. Seriöse Händler machen dieses Angebot kostenlos und unverbindlich.
Ein Wertgutachten ist eine schriftliche, begründete Bewertung durch einen Sachverständigen. Es beschreibt das Objekt, ordnet es ein und nennt einen Wert, etwa den Wiederbeschaffungswert für die Versicherung oder den Marktwert für eine Erbauseinandersetzung. Ein Gutachten ist eine bezahlte Leistung.

Wann Sie ein Gutachten brauchen
- für die Hausratversicherung oder eine Kunstversicherung
- bei der Aufteilung eines Nachlasses oder der Berechnung eines Pflichtteils
- für das Finanzamt, etwa bei der Erbschaftsteuer
- im Streitfall, zum Beispiel bei einer Scheidung
Möchten Sie ein Stück dagegen einfach verkaufen, reicht meist ein Angebot. Holen Sie bei wertvollen Objekten zwei oder drei Angebote ein.
Was eine Schätzung kostet
Ankaufsangebote sind bei Händlern in der Regel kostenlos. Für Wertgutachten berechnen Sachverständige meist eine Pauschale oder ihren Zeitaufwand. Vereinbaren Sie die Kosten vorher schriftlich. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige finden Sie im Sachverständigenverzeichnis der IHKs.
Schätzung per Foto: was sie leisten kann
Viele Händler bieten eine erste Einschätzung anhand von Fotos. Das spart Wege und klärt schnell, ob sich ein Termin lohnt. Ein verbindliches Angebot setzt aber fast immer die Prüfung am Original voraus, denn Material, Zustand und Echtheit lassen sich auf Bildern nur begrenzt beurteilen. Gute Fotos zeigen das ganze Stück, Marken und Signaturen sowie alle Schäden.

Verkaufswege im Vergleich
| Weg | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Händler | schnelle Abwicklung, sofortige Bezahlung, kaum Aufwand | Preis enthält die Marge des Händlers |
| Auktionshaus | Chance auf den Marktpreis bei gesuchten Stücken | Provision und Gebühren, Wartezeit, kein garantierter Zuschlag |
| Privatverkauf online | kein Zwischenhändler | Zeitaufwand, Versandrisiko, Betrugsversuche |
| Kommission | Händler verkauft in Ihrem Auftrag | Geld erst nach dem Verkauf, Dauer offen |
Warnsignale bei Ankäufern
- Gebühren vorab für Schätzung oder Abholung
- Zeitdruck, etwa mit Angeboten, die „nur heute“ gelten
- unangekündigte Besuche an der Haustür
- kein Impressum und keine feste Adresse
- Wiegen oder Prüfen außerhalb Ihrer Sicht
Ansprechpartner
- Wiesbaden: Kunsthandel Henel mit kostenloser Bewertung: Antiquitäten bewerten lassen in Wiesbaden.
- Taunusstein und Rhein-Main: S.H. Kunsthandel macht unverbindliche Ankaufsangebote und erstellt auf Wunsch Expertisen: Leistungen von S.H. Kunsthandel.
- München: Kunsthandel Bursch mit Sachverständigen und Hausbesuchen: Antiquitäten schätzen und verkaufen in München.
Häufige Fragen
Ist ein Ankaufsangebot verbindlich?
Für Sie nicht. Sie können ein Angebot jederzeit ablehnen. Händler halten ein Angebot meist nur für eine begrenzte Zeit aufrecht, weil sich Marktpreise ändern.
Wie lange dauert ein Wertgutachten?
Je nach Umfang und Recherche einige Tage bis wenige Wochen. Klären Sie den Zeitrahmen vorher.
Kann ein Händler zugleich schätzen und kaufen?
Ja, das ist beim Ankaufsangebot üblich. Für ein neutrales Gutachten sollten Sie dagegen einen Sachverständigen wählen, der das Stück nicht selbst kaufen möchte.
